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Historisches
Aus der Geschichte unseres „Hirschgartens“

Unter diesem Titel veröffentlichte der Taunusbote im Jahre 1932 in seinen Ausgaben Nummer 207 und 208 einen ausführlichen Artikel, den wir Ihnen in dieser und in den kommenden Ausgaben der HirschGarten Zeitung vorstellen möchten. Es zeigt sich immer wieder: Ein Blick in die Geschichte fördert viel Interessantes und manch Kurioses zu Tage. Viel Spaß beim Lesen!

Bild vergrößernEin Wildpark dürfte schon vor 1698 bestanden haben, denn im September dieses Jahres ist Landgraf Friedrich als der oberste Herr der Hohe Mark um eine Vergrößerung seines „kleinen Tiergartens nächst seinem eigentümlichen Tannenwald ohnweit Stedten“ bemüht.

Er will dafür die beiden obengenannten „Straßen“ zur Pflege des Wildes zedieren und bemerkt dazu, daß er „den Wildpark nur zu seinem Pläsir und seiner Ergötzlichkeit haben wolle“. Er hat auch trotz des Widerstrebens der gemeinen Märker seinen Willen durchgesetzt, wie er denn überhaupt bestrebt war, den Wildbestand in der Mark auf jede Weise zu erhalten und die Jagd mit strengen Gesetzen gegen Wilddieberei und das Herumtreiben von Hunden, auch gegen Feuersgefahr zu schützen. Hatte er aber dadurch der Jagd genutzt, so waren seine Verbote gegen Durchtreiben des Viehs in der Mark und weitere Beschränkungen andererseits der Nutzung des Waldes nur abträglich geworden, der ja seit undenklichen Zeiten in erster Linie lediglich als „Waldweide“ und zur Beholzung (der „Hude und Behulzung“) dienen sollte. Die Folge dieser übertriebenen Nebennutzung auf Kosten seiner eigentlichen Bestimmung war die immer mehr zunehmende Verwahrlosung und Verödung des Waldes, was schließlich, als die Erträge der Markwaldungen immer mehr zurückgingen, im Jahre 1813 zur Teilung der Hohe Mark führte.

Der landgräfliche Wildgarten dürfte ungefähr an derselben Stelle wie der jetzige „Hirschgarten“ im „Brendelsbruch“ gelegen haben, im Anschluß an die Grundstücke der großen herrschaftlichen Stedter Meierei (oder „Schweitzerei“), welche die dort am Heuchelbach gelegene „Katharinen“-, „Pfeifer“- und „Holderwies“ in Pacht hatte. Über den Park sind bisher keine näheren Nachrichten bekannt geworden.

Wenn unter Friedrichs Nachfolgern der Landgraf Friedrich V. Ludwig geistige Interessen vor anderen pfl egte, so hat doch auch er die Jagd nicht vernachlässigt. Das Pürschen gehörte in jener Zeit nun einmal zu den Liebhabereien und zur Unterhaltung der fürstlichen Familien und ihrer Umgebung. Bei Friedrich V. trafen sie auch mit seiner großen Schwärmerei für die Natur zusammen, die sich ja, wie wir wissen, so recht in der Anlage von Bosketts, Gärten und anderen landschaftlichen Anlagen betätigte. In dem von ihm 1771 angelegten „Lusthain“ oder der „Großen Tanne“, seinem „Tempé“, das Goethe und Merck im Jahre 1772 mit als die ersten besuchten, befand sich das „fürstliche Jagdhaus“ und ein „Schießstand für laufendes Wild“, dessen Reste noch heute zwischen den Hügelgräbern am Wege zum Exerzierplatz sichtbar sind, und eine „Fasanerie“, die damals ja an keinem Hofe fehlen durfte, ebenso wenig wie der „Wildgarten“.

Und wir erfahren aus dem Tagebuch des Hauptmann von Silber, daß am 20. November 1820 ein „kleiner Tiergarten“ (WOHL NAHE DEM äLTEREN?) angefangen und am 9. Dezember desselben Jahres beendet wurde.

(Fortsetzung folgt)

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